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// Göttinger Symphonie Orchester - Philharmonischer Zyklus II 6. Konzert - "Mythos und Tragödie"
TERMIN
07.07.2017
EINLASS
18:30 Uhr
BEGINN
19:45 Uhr
BESTUHLUNG
Bestuhlt
VERANSTALTER
Göttinger Symphonie Orchester gGmbH
// INFORMATIONEN


Violoncello
Julian Steckel

Leitung
Christoph-Mathias Mueller

 


Orpheus Klage um die geliebte Eurydike, sein Abstieg in die Unterwelt, Wiedersehen und erneuter Verlust, die Ermordung des Sängers durch wütende Bacchantinnen – welche Stationen des Mythos hat der US-Amerikaner Alan Hovhaness wohl in seiner „Meditation on Orpheus“ dargestellt? In jedem Fall schaffen die raffiniert schlichten Melodien des 1958 entstandenen Stücks eine archaische Atmosphäre, und das immer wieder eingeschobene Streichergemurmel tönt wie Geisterstimmen aus dem Jenseits. Phantasievolles Spiel des Solisten, ärgerliche Interventionen des Orchesters, Verständigungsversuche, Versöhnung und erneuter Konflikt – auch das 1969 komponierte Cellokonzert des Polen Witold Lutosławski scheint eine Geschichte zu erzählen. Man kann sie als ein Stück abstrakt-musikalisches Theater verstehen oder auch politisch, vor dem Hintergrund des kurz zuvor von sowjetischen Panzern beendeten „Prager Frühlings“. Julian Steckel, seit dem Gewinn des internationalen ARD Wettbewerbes 2010 einer der international gefragtesten Cellisten, spielt den Solopart. Die gängige Vorstellung vom harmlosen Jugendwerk widerlegt Franz Schuberts vierte Symphonie (1816) bereits in der langsamen Einleitung des ersten Satzes. In einem Essay interpretierte Dvoˇrák ihre kühne Akkordfolge als „prophetische“ Vorwegnahme von Richard Wagners „Tristan“-Harmonik. Den schwermütigen Ton dieser Introduktion hatte vermutlich auch Schubert selbst im Sinn, als er die Symphonie in einem Nachtrag auf dem Titelblatt als „Tragische“ bezeichnete.

 

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